Geschichte



Besiedelung
Bauernkrieg 1525
19. Jahrhundert
1. Weltkrieg
Zwischenkreigszeit
2. Weltkrieg
bis heute


Besiedelung

Wir dürfen annehmen, dass Sulzberg im Zuge von Rodungstätigkeiten im 12. und 13. Jahrhundert vom Rheintal aus (über den Bregenzerwald) besiedelt wurde. Urkundlich wird der Name Sulzberg das erste Mal in einer Papsturkunde von 1249 genannt. 

Die Kolonisation von Thal ging wahrscheinlich recht langsam vor sich, denn das Gebiet um Thal war damals dichter Urwald. Die ersten urkundlich genannten Parzellennamen finden wir in einem Schriftstück von 1379. 

Die frühen Quellen nennen für den Sulzberg zwei Grundherrn: die Grafen von Bregenz und das Kloster Mehrerau. Das Gebiet wurde in Huben aufgeteilt, wobei dem Bereich von Thal zwei Huben angehörten, die beide im Besitz des Grafen von Bregenz waren. 

Vom Bauernkrieg 1525 bis zu den Franzosenkriegen

1523 erwarb Erzherzog Ferdinand von Österreich-Tirol die nördliche Hälfte des Gebietes der Grafen von Montfort-Bregenz (Hofrieden, Sulzberg, Oberlangenegg). 

In dem Gebiet um Bregenz ging der Bauernkrieg von 1525/26 mehr oder weniger spurlos vorbei.

Das 16. und 17. Jahrhundert brachte schwere Zeiten, Seuchen und Hungersnöte. Bei zwei Pestepidemien von 1628/29 und 1635 starben 176 Personen. Im Jahre 1647 wurde Sulzberg von den Schweden geplündert und viele Häuser gebrandschatzt. Die großen materiellen und personellen Verluste, welche die Gemeinde dadurch erlitt, konnten erst nach Jahrzehnten wieder ausgeglichen werden.     

Unter Maria Theresia und Josef II. wurden grundlegende Erneuerungen und Reformen durchgeführt. Im Gefolge des Erbfolgekriegs wollten die Franzosen zu Allerheiligen des Jahres 1744 Sulzberg mit 1200 Mann einnehmen. Schützenhauptmann Stöckler, dem bewaffnete Bregenzerwälder zur Hilfe kamen, wehrte einen Angriff mit 150 Mann ab. Erst nach drei Tagen zog der Feind ab. 

1774 kommt es zum Schulstreit von Sulzberg. (genauer unter Schule)

Im Geheimvertrag vom 3.6.1814 wurde eine Gemeinderegulierung durchgeführt, die Sulzberg in fünf Kreise einteilte. Die meisten Thaler Parzellen (Herberg, Hütten, Kuhn,...bis Ober- und Unterdreienau) bildeten den zweiten, die übrigen gehörten zum vierten Kreis.

Das 19. Jahrhundert

Thal bekommt eine Kirche. Dadurch wurde Thal zu einem "richtigen" Dorf. Um das Zentrum in Hagen, bestehend aus Pfarrkirche, Schule und Pfarrhof, wurden neue Häuser gebaut, Gasthäuser, Kaufläden und Handwerksbetriebe eingerichtet. Die Menschen bastelten nun an ihrem Gemeinwesen, es wurde geplant und Politik gemacht, denn ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl und Verantwortungsbewusstsein war erlebbar geworden. 

Am Anfang stand damit aber Pfarrer Martin Sinz in . Nicht nur die große, vielleicht übergroße Kirche war ein Werk, sonder auch die gesamte Dorfpolitik der folgenden Jahrzehnte lag in seiner Hand. 

Der 1.Weltkrieg

Über das Leben zur Zeit des 1. Weltkrieges verdankten wir Lehrer Ludwig Haller ein ausgezeichnetes Manuskript: Am 1.August 1914 mussten alle Reservisten und bedienten Landsturmmänner der Jahrgänge 1872 bis 1892 zum Militärdienst einrücken (von Sulzberg und Thal waren es 201 Personen).

Die Bevölkerung des Sulzberg nahm zunehmend ab (1914: 1440 Einwohner; 1917: 1267 Einwohner; 1919: 1407 Einwohner). 

Während des Krieges forderte der Staat verschiedene Dinge, darunter auch die Kirchenglocken von Thal (außer der kleinsten). Ebenso mussten 1210 Stück Schlachtvieh, 82 Pferde, Küchen- und Waschgeschirr,... abgegeben werden.

Zwischenkriegszeit

Das Jahr 1920 brachte eine große technische Erneuerung: Wer es sich leisten konnte, las am Abend die Zeitung bei elektrischem Licht. Die Stickerei gab vielen Menschen Arbeit. In anderen Gegenden gab es weit mehr Beschäftigungslose, was sich in einem wahren Heer von wandernden Bettlern äußerte. 

1923 wurde das Kriegerdenkmal eingeweiht. 1924 feierte der Musikverein sein 50-jähriges Jubiläum.     

Der 2.Weltkrieg

Auch in Thal gab es eine kleine Gruppe von Hitlersympathisanten, die für die Ortsgruppe der NSDAP, die am Sulzberg gegründet worden war, eifrig die Trommeln rührte. Der überwiegende Teil der Thaler Bevölkerung stand dem Nationalsozialismus reserviert oder stark ablehnend gegenüber. 

Ab 1944 flogen immer wieder feindliche Flugzeuggeschwader über Thal. Am 3. August. 1944 flog eine feindliche Boberstaffel etwa um 10:30 Uhr von einem Einsatz zurück. Da sie verfolgt wurden, warfen die Piloten ihre Reservetanks über Thal ab. Diese stürzten auf die Straße oder auf Dächer von Häusern. 

Am Sonntag den 29.April.1945 trafen immer wieder größere Abteilungen deutscher Soldaten in Thal ein. Alle waren auf dem Rückzug. Am 30.April.1945 marschierten schließlich die Franzosen durch Scheffau (D). Weil sie auf den Straßen von Thal Militär beobachteten schossen sie mit Panzern auf die Kirche. Wie durch ein Wunder wurde dabei kein Dorfbewohner verletzt. Am Dienstag den 1.Mai.1945 fahren erste französische Panzer durch Thal und schließlich (nach einem Mittagessen) weiter nach Doren und Langen. 

Bis heute

Die Versorgungslage war nach 1945 wesentlich besser, als nach dem 1.Weltkrieg. Die Besatzung, die in Thal hauptsächlich aus Marokkanern bestand, war gefürchtet und deshalb war die Freude groß, als 1955 der Staatsvertrag unterschieben wurde. 

Seit 1961 verkehrt ein planmäßiger Postautodienst zwischen Bregenz und Thal. 1966 wurde von der neu gegründeten Wassergenossenschaft ein Wasserwerk errichtet, an das fast alle Haushalte angeschlossen wurden.

1971 wurde für Einheimische und Gäste der Hagenberg-Schlepplift gebaut, der eine wichtige Freizeitbeschäftigung für die Jugendlichen darstellt.

In den 80er-Jahren wanden sich  immer mehr junge Leute von Thal ab, das Gemeinschaftsleben und die Infrastruktur zerfielen. Im Sommer 1988 sperrte das letzte Gasthaus (die Krone) und damit auch der letzte Lebensmittelladen im Dorf zu. 

Eine Wendung brachte zum Glück die Gründung des Selbsthilfevereins am 3.Mai.1989. Mit viel Anstrengungen und Bemühungen gelang es dem Verein das Gasthaus Krone zu erwerben und zu renovieren. Das kleine Lebensmittelgeschäft und das Gasthaus konnten verpachtet und wieder eröffnet werden. 

1998 war schließlich der Baubeginn für ein großes Projekt: Anstelle des alten Wirtschaftsgebäudes entsteht ein Gemeinschaftshaus (Bauherr: Selbsthilfeverein). In diesem Gebäude ist ein Probelokal für den Musikverein, ein neues Banklokal, ein Jugendraum und ein Arztzimmer untergebracht. Im Oktober 2007 konnte der SHV mit Unterstützung vom Land Vorarlberg, der EU, Gemeinde Sulzberg und vieler privater Sponsoren, sowie zahlreicher freiwilliger Arbeitsstunden den neu renovierten Thalsaal feierlich eröffnen.